nichtsfuerchten

„Ich hoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei.“
Diese Worte stehen auf dem Grabstein des großen griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis. Und sie sind in diesen Tagen wohl so wichtig wie nie zuvor.
Ich fühle mich umringt von den verschiedensten Ansichten, Meinungen, Gefühlslagen und ähnlichem bezüglich der momentan krass seltsamen Weltsituation. Die einen fürchten sich vor der Krankheit, andre mehr vor den wirtschaftlichen Folgen, der nächste fühlt sich aufrgrund der getroffenen Maßnahmen an Romane wie „1984“ oder an dunkle Zeiten der Geschichte dieses Landes erinnert. Viele meinen wir sollten jetzt einfach brav daheim bleiben und alles ist in zwei Wochen ausgestanden und kehre zur altgewohnten Normalität zurück. Ganz andere erfreuen sich und glauben eine Gewissheit zu haben, dass sich nun alles (von selbst) zu einem nie zuvor dagewesenen Guten wendet. Und ich bin mittendrin in diesem Sturm in unruhiger See.

Dabei glaube ich in diesen eingangs zitierten Worten einen Anker gefunden zu haben. Einen Anker, der mich nicht in einem Hafen hält, sondern einen, der mir die Gewissheit gibt, dass nichts gewiss ist, egal welchen Film man gerade schiebt.

Wir sind kollektiv mittendrin in einem großen Trip und keiner weiß wirklich was uns da eigentlich verabreicht wurde.
Ich glaube wir können uns nur an eines halten… an den ewigen neuen Morgen und in diesem zusammen eine neue Zeit gestalten.
Ohne auf etwas Großes (von außen) zu hoffen,
ohne der lähmenden oder verrückt machenden Furcht zu verfallen,
mit immer freiem neugierigen Blick das Jetzt erschaffen.
Hellwach, die Angst umarmend und mit grenzenloser Zuversicht.
Ich glaube wir werden noch gebraucht.