Gedichtetes

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Ahnentanz (05.03.2020)
Ich sehe die Ahnen tanzen
Sie lachen, ja sie lachen!
Und ich bin hier und gräme mich, über dumme dumme Sachen…
Geh´voran, zieh´ dich selbst am eignen Schopf aus dem Scheißesumpfe
Lach in dich hinein
Feier neue Triumphe
Scheißegal ob lieblich-feine oder feiste-stumpfe
Schlag wild um dich, wenn du willst
während du hier deine Lust nach wahrem Leben stillst

Weck deine Dämonen
in deinem Herzen weißt du, wo sie wohnen
sie führ´n mit dir die Gottespläne aus
tragen dich aus der Versenkung, in die Himmelshöh´n hinauf.

Wovor fürchtest du dich?
Doch nur vor dir selbst.
Oder stört es dich wirklich, ob du jedermann gefällst?
Alles riskieren, sich zeigen, nicht genieren
Voller Tatendrang nach Neuentdeckung gieren
Dich selbst neu entdecken
Die Toten aufwecken
Sieh an, wie sich ihre Leiber aus den Grabstätten aufstrecken.

So tust es du auch selbst
immer wieder neu
auch, wenn du tausendfach hinfällst
auch, wenn du dich durch die tiefsten Täler quälst
Du bist es selbst, der sich immer wieder neu aus den alten Häuten schält
Kannst es wirklich sein, dein beschiss´ner eigner Held.
Tanze mit den Toten und halt vor Freude inne,
wenn dir dann das Glück vor deine Füße fällt.


Denker & Dichter (24.07.2019)
Ich dichte und denke
ich spür meine eigene Hand
über das Papier…
der Gedanke verschwand
weil ich mich aus ihm wand´.
Winden und Winde
ich treibe mich voran
setze die Segel so
wie es die Ahnen schon getan,
der Liebe entgegen
ein neues Leben sehen
den Himmel errichten
auf Erden
ich weiß es kann gehen.
Sieh dich um, ein Paradies,
sieh wie das Leben überall sprießt.
Gib ihm Luft, gib ihm Freiheit,
wenn der ewige Kreis sich schließt
und dann wieder aufbricht,
weil alles nur Schein…
die Sonne, ihre Strahlen,
hier bin ich daheim.
Sonnenkind
ewiges Lachen
Clown und noch mehr
geh zu, pack die Sachen
wir stürzen ins Meer.


Flügel & Federn (01.10.2020)
Hey, ich bin da.
Da wo meine Flügel gestutzt werden,
wo die Federn von mir fallen.
Wo die Federn fallen, weil ich gerupft werd,
und wo die Federn da fallen, aus meiner Hand, weil ich keine Zeit finde,
keine Zeit da zu schreiben, was da tief aus meinem Leib kommt,
was ich mir da von der Seele schreiben muss.

Doch irgendwie mag ich mich da so gerupft,
denn ich lass mir nun wachsen ein gänzlich neues Federkleid,
die Flügel spreiz ich wieder, sind zu neuen Taten nun bereit,
und ich bin es da, ich bin es da,
der da hört, wenn das Leben schreit.
Und ich bin es da, der ich die Arme da ausbreit.
Der Aufwind trägt mich.
Ich hör´ nicht auf die Angst.
Ich höre auf die Stimme.
Ich hör´: „Du weißt, dass du es kannst.“


Frühlingsmorgen (03.04.2019)
Vögel zwitschern, Rabenflug,
Sonne scheint, scheint nie genug,
noch kahle Bäume
unklare Träume
soviel zu sehen, viel zu versäumen.
Hinein in die Arbeit, hinein ins Vergnügen,
den Teufeln wird es nie genügen,
oh, schenk mir ein Leben frei von Lügen.


Ausgebrannt (04.11.2019)
[Ein Gedicht über eine etwas unerfreuliche Zeit, wie ichs sie zwei Jahre davor erlebte…]
Ein neuer Morgen, ein neuer Tag.
Aufstehen, Sachen machen.
Das ist es, was ich grade nicht so mag.
Dreh mich nochmal um.
Der Wecker bleibt heut stumm.
Keine Kraft, keinen Bock,
worauf überhaupt?
Was hat mir des Lebenslust nun so geraubt?
`Atemlos durch die Nacht`
gerade nichts für mich
nach Atem ringen,
wenn jemand zu mir spricht
oder ich das Haus verlassen muss
das Leben ist grad nicht so der Genuss.

Schwindel, wenn ich mich in den Bus reinstell
irgendwie ging es dann doch ziemlich schnell
was sich über Jahre hat angebahnt,
dass ich hier falsch lag, mit meines Lebens Plan
und jetzt die Konsequenzen tragen darf
dafür dass ich war ganz lieb und brav
und meine Pflichten hab getan.
Die großen Träume auf später habe ich vertagt,
in den eignen Augen komplett versagt.

Am Boden liegend,
wie tief soll ich noch fallen,
hör meine eignen stummen Schreie
durch leere Gassen hallen
frag mich, wie es weitergehen soll
und sehe, das beschissene Maß ist voll
die Maß´n sind leer, kein Bier mehr im Krug,
von den leeren Menschenmassen hab ich mehr als genug
wann beende ich diesen Selbstbetrug?

Doch das Handtuch nun schmeißen ist keine Option
das Ruder rumreißen irgendwie schon.
Ich ernte jedoch sogleich Hohn
und vom Spott bleibe ich auch nicht verschont
Obgleich am Horizont
ein Schimmer leuchtet
doch wer weiß schon, was das bedeutet?

Ich weiß es nun
und schreite hinein
…ins Fegefeuer.
Die pure Qual, reinste Pein.
Lass mich verbrennen, anstatt zu erfrieren
es bleibt ein Häufchen Asche
nichts mehr zu verlieren,
weil alles schon verloren,
mein altes Ich ist tot.
Ein neuer Mensch ist geboren.


In die Donau plumpsen (09.01.2018)
Die Schritte tun, sich nicht ausruhen,
Dem Wasser entgegen, hinein in den Strom.
Nicht dagegen, nicht dafür.
Nur raus, ich such die Notfalltür.
Nur nach Haus, nur wieder spürn.

Die Brücke aus Stein, ein Geländer nicht hoch,
ein Schritt nach oben, ein Blick übern Rand.
Die Strudel, die Wellen, der Fluss schreit nach mir,
ich sehe die Lichter, ich seh meine Quellen, der Lauf des Lebens,
er wirkt auch in mir.

Will atmen, will tanzen, nicht Buße hier tun,
am Busen der Welt, da nähr ich mich nun.
Sauge voll Gier an den Nippeln, wie alle das tun,
habe Angst zu verhungern, warum sind wir so dumm?

Der Lauf der Jahre im Fluss dieser Zeit,
bist jung, nutz die Chancen, die Stimme sie schreit.
Der Fluss schreit nun auch, komm in meinen Schoß,
Tanz auf dem Geländer, von hinten ein Stoß.
Voll Gnade ein Schubser, ich genieße den Fall,
der Fluss tut sich auf, es folgt ein Aufprall,
Doch von Engeln getragen, mit Flügeln am Leib,
sagt mir eine Stimme, noch ist es nicht Zeit.

Im Flusse zergehen, mit den Wellen im Klang,
die Jahre, sie leben,
mein einziger Drang.


Durch die Augenlider (16.01.2018)
Geschlossene Augen, die Münder vereint,
die Zungen sie spielen,
die Liebe im Keim,
die Lust aus den Lenden,
ein Spiel mit dem Reim.

Umgarnen, umschlingen,
im Spiele vereint,
um uns die Gedanken,
in uns flackern die Lichter,
wir sind nicht allein.

Der Abend er wendet,
im Rausche der Nacht,
dein Lachen, mein Packen,
es ist fast vollbracht.

Die Augen geschlossen,
Dunkelheit besiegt,
die Träume, die Lichter,
ein Scheinen durch Vorhang,
die Berührung, dein Atem,
ein endloses Lied.


Herbst (16.10.2017)
Die Oktobersonne scheint.
Das Gras ist grün.
Die Bäume noch belaubt.
Goldenes Blätterspiel.

Die Straßen schlüpfrig.
Die Früchte prall zu den Füßen.
Alles bunt.
Und Nebel.
Nebel.


Warten (18.12.2006)
Wir waten durch Scheiße, ein lebenslanges Warten/Waten,
einige Höhenflüge erheben uns aus dem Ausgeschiedenen,
doch der Flug des Verlorenseins des Aufwindes, ist ebenfalls keine leichte Prüfung des Wirrnis Lebens,
ein noch viel härterer Niederschlag unseres Schicksals.
Dennoch.


Am Ende (27.06.2016)
Am Ende.
Am Ende nun mit meinen Kräften,
hatte gehofft, gekämpft, verdrängt, gelogen,
glaubte ich sei hoch geflogen,
doch der Absturz kam vom Boden,
hab doch nur mich selbst betrogen.

Mit gebrochnen Flügeln neuen Aufschwung wagen?
Weiter fremde Lasten tragen?
Nützlich sein in dieser Welt?
Oder tun was mir gefällt?

Den Feinden in die Fresse treten?
Leise vor mich hintrompeten?
Die kleinen Leut bisschen verzücken?
Oder die ganze Welt beglücken?

Am Ende.
Am Ende steht ein Typ, der Tod.
Holt alles das was in mir wohnt.
Doch noch kämpf ich den Krieg in Wonne,
geh noch einmal auf, oh Sonne.