Gedichte

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Frühlingsmorgen (03.04.2019)
Vögel zwitschern, Rabenflug,
Sonne scheint, scheint nie genug,
noch kahle Bäume
unklare Träume
soviel zu sehen, viel zu versäumen.
Hinein in die Arbeit, hinein ins Vergnügen,
den Teufeln wird es nie genügen,
oh, schenk mir ein Leben frei von Lügen.


Teufels Feder (09.01.2019; editiert 31.05.2019)
Teufels Feder, ihre Hand
rosa Herz, schwarzes Gewand,
Leidenschaft, Wolllust, weiße Tauben,
mit der Moral nen Spaß erlauben,
mit Buben nascht sie süße Trauben,
kämpft für die Gerechtigkeit
schöpft die Kraft aus eignem Leid
ist die, die die Geschichte schreibt,
nach der Hölle, der Himmel nicht weit.


In die Donau plumpsen (09.01.2018)
Die Schritte tun, sich nicht ausruhen,
Dem Wasser entgegen, hinein in den Strom.
Nicht dagegen, nicht dafür.
Nur raus, ich such die Notfalltür.
Nur nach Haus, nur wieder spürn.

Die Brücke aus Stein, ein Geländer nicht hoch,
ein Schritt nach oben, ein Blick übern Rand.
Die Strudel, die Wellen, der Fluss schreit nach mir,
ich sehe die Lichter, ich seh meine Quellen, der Lauf des Lebens,
er wirkt auch in mir.

Will atmen, will tanzen, nicht Buße hier tun,
am Busen der Welt, da nähr ich mich nun.
Sauge voll Gier an den Nippeln, wie alle das tun,
habe Angst zu verhungern, warum sind wir so dumm?

Der Lauf der Jahre im Fluss dieser Zeit,
bist jung, nutz die Chancen, die Stimme sie schreit.
Der Fluss schreit nun auch, komm in meinen Schoß,
Tanz auf dem Geländer, von hinten ein Stoß.
Voll Gnade ein Schubser, ich genieße den Fall,
der Fluss tut sich auf, es folgt ein Aufprall,
Doch von Engeln getragen, mit Flügeln am Leib,
sagt mir eine Stimme, noch ist es nicht Zeit.

Im Flusse zergehen, mit den Wellen im Klang,
die Jahre, sie leben,
mein einziger Drang.


Durch die Augenlider (16.01.2018)
Geschlossene Augen, die Münder vereint,
die Zungen sie spielen,
die Liebe im Keim,
die Lust aus den Lenden,
ein Spiel mit dem Reim.

Umgarnen, umschlingen,
im Spiele vereint,
um uns die Gedanken,
in uns flackern die Lichter,
wir sind nicht allein.

Der Abend er wendet,
im Rausche der Nacht,
dein Lachen, mein Packen,
es ist fast vollbracht.

Die Augen geschlossen,
Dunkelheit besiegt,
die Träume, die Lichter,
ein Scheinen durch Vorhang,
die Berührung, dein Atem,
ein endloses Lied.


Ins Bett entführen (31.01.2018)
Ein Grinsen, ein Flüstern,
der Mond lacht uns zu.
Hände ineinander,
der Traum bist nun du.

Die Augen geschlossen,
die Münder vereint,
ein Sehnen, ein Hoffen,
wir sind nicht allein.
Geschwind durch die Straßen,
bald sind wir daheim.

Hinauf in das Stübchen,
die Worte geheim.
Die Kleidung fällt langsam,
Hitze aus dem Leib,
Berührung und Nähe,
heut bist du mein Weib.

Du erwartest mich flehend,
ich dring in dich ein,
dich nie mehr verlassen
für immer vereint.


Alter Schmerz (04.04.2019)
Alter Schmerz, verdrängte Liebe
Macht bekommen nur die Triebe
auf den Popo setzt es Hiebe,
der Schmerz fließt,
Lust und Gier, die fließen auch,
dieses Spiel ein alter Brauch.
Bis der Herr in seine Grotte taucht,
finaler Ritt, vergossener Saft,
die Menschheit noch in Sippenhaft.


Herbst (16.10.2017)
Die Oktobersonne scheint.
Das Gras ist grün.
Die Bäume noch belaubt.
Goldenes Blätterspiel.

Die Straßen schlüpfrig.
Die Früchte prall zu den Füßen.
Alles bunt.
Und Nebel.
Nebel.


Am Ende (27.06.2016)
Am Ende.
Am Ende nun mit meinen Kräften,
hatte gehofft, gekämpft, verdrängt, gelogen,
glaubte ich sei hoch geflogen,
doch der Absturz kam vom Boden,
hab doch nur mich selbst betrogen.

Mit gebrochnen Flügeln neuen Aufschwung wagen?
Weiter fremde Lasten tragen?
Nützlich sein in dieser Welt?
Oder tun was mir gefällt?

Den Feinden in die Fresse treten?
Leise vor mich hintrompeten?
Die kleinen Leut bisschen verzücken?
Oder die ganze Welt beglücken?

Am Ende.
Am Ende steht ein Typ, der Tod.
Holt alles das was in mir wohnt.
Doch noch kämpf ich den Krieg in Wonne,
geh noch einmal auf, oh Sonne.