[Lesezeit 5 Minuten + ein paar Weiterreisemöglichkeiten mit den Links]

Servus zusammen,
hier und heute, 31.05.2020, genau zwei Jahre nachdem ich mit dieser Seite offiziell online ging.
Damals war es nicht Pfingstsonntag, sondern ein anderer christlicher Feiertag, nämlich Fronleichnam. Das Fest, an welchem irgendwie das letzte Abendmahl gefeiert wird, „nehmet und esset alle davon – nehmet und trinket alle daraus; das ist mein Leib, das ist mein Blut, welche für euch hingegeben werden“ und so oder so… Gefiel mir jedenfalls und ich wählte den Tag bewusst für diese Homepagepremiere aus.
Heute, zwei Jahre später, Pfingstsonntag (da wo der heilige Geist über die Jünger kommt, oder so), wollen wir dieses Jubiläum gemeinsam begehen und bisschen auf diese turbulente Zeit, mit ihren für mich fuckin´ vielen Höhepunkten zurücksehen.
Sei dabei auf einer Reise durch zwei Jahre (und ein paar Mikrogramm mehr) epm.de…

Also eigentlich ging es ja 2016 schon los. In diesem heftigen psychedelischen Sommer fasste ich den Mut so eine Seite zu erstellen und brachte sie sogar schon an den Start. Die Namenswahl fiel zusammen mit meiner damaligen Freundin. Ich hatte ihr meine Vorschläge genannt und sie war von diesem „einpaarmikrogramm“ (was auf ein Zitat von dem LSD-erforschenden Professor Stanislav Grof zurück geht) irgendwie angetan. Würde zu mir passen. Ich fand sie hatte Recht. Nannte die Seite so und es ging los. Also zumindest für mich. Die große Veröffentlichung musste noch warten. Und irgendwie kam mir in den folgenden Wochen diese Freundin auch schmerzhaft abhanden. Vielleicht deswegen, vielleicht nicht nur, jedenfalls die Motivation und der Tatendrang bezüglich der Veröffentlichung verschwanden.
Bis dann 2018 die Zeit für mich reif schien. Ich habe es dann, im Aufwind nach meinem persönlich größten Abfuck, einfach gemacht. Im Aufwind meiner ersten persönlichen malerischen Erfolge, meiner Selbstentdeckung als Maler, wagte ich diesen für mich großen Schritt.

Und ich nannte mich zum ersten Mal öffentlich Künstler. Kam mir dabei wie ein Hochstapler oder so vor. Dieses Gefühl hielt auch noch ein paar Monate an. Bis ich dann im Oktober bei der Kunstveranstaltung HickHack geadelt wurde. Und zwar von jemanden, der wirklich dazu in der Lage war, Künstler zu beurteilen, nämlich von einem Kind. Dieses fragte ihre Eltern, ob sie nächstes Mal wieder den Künstler beim Malen sehen könnte und ich wusste, dass ich es bin;)

Diese Veranstaltung war auch generell mein erstes öffentliches Zeigen als Künstler. Irgendwie musste ich ja auch mal im realen Leben paar Taten folgen lassen, nachdem ich da online schon einen auf dicke Hose machte. Und das klappte sogar. Wie gerade erwähnt, von einem Kind geadelt, von den anderen Zusehern meines Live-Paintings und den Zuhörern meiner dazugehörigen Vorträge auch nicht verpöhnt, so fand ich diese Zeit doch richtig schön . So sollte es weitergehen.

Und es ging weiter voran. Einen Monat später stellte ich mich zum ersten Mal auf eine Bühne, gab einen Text von mir zum Besten und das fühlte sich nicht schlecht an. Es fühlte sich sogar richtig geil an, diese Momente zum ersten Mal auf der Bühne, da kam nicht mal guter Sex ran (und ich hatte schon guten Sex davor…).
Diese Bühne da im W1 in Regensburg sollte ich noch öfter betreten. War dann nicht mehr ganz so nervös wie da beim ersten Mal und konnte im Sommer 2019 sogar einen Auftritt mit einer kleinen Ausstellung von meinen Gemälden verbinden. Wieder ein Schritt voran, wieder fühlte sich der Künstleraufwind mega an…


Livepainting im HickHack
Polaroid nach dem ersten Bühnenauftritt im W1
Polaroid nach dem zweiten Mal W1
Während des Interviews zum Auftritt mit Ausstellung
(Originalbild: Stadt Regensburg)



Ähnlich war es auch als ich da gebucht wurde, gebucht um eine Wand zu bemalen. Ja, jemand würde mich für meine Kunst auch bezahlen. Und es kam so und fühlte sich richtig gut an… Danke, Mann:)

Und was war eigentlich mit der Seite an sich so los?

Also was ging da so bis zu diesem Punkt mit und auf „einpaarmikrogramm.de“ eigentlich ab?
Nun der erste Blog, den „anderen Reiseblog“ ging ein paar Wochen lang. Ich entdeckte mich, interviewte mich selbst, bekam ganz gutes Feedback, doch irgendwie verschwand die große Lust daran. Und es kam mit den Auftritten etwas Neues, was dann von mir einfach viel mehr Aufmerksamkeit bekam.

Alle möglichen Neuerungen auf den Seiten hier gab und gibt es aber immer zuhauf. Diese entspringen nicht nur meinem ständig zum Ausdruck aufbrausenden kreativen Bedürfnissen, sondern zeugen auch von einem inneren Kampf, einen Kampf mich selbst zu finden und so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Nun, mit dieser Seite gehe ich das an… und werde wahrscheinlich noch tausendmal alles umändern und neu designen (und vielleicht noch hundertmal umziehen, 5 Umzüge waren es in den letzten zweieinhalb Jahren), ganz egal, immerhin die Kunstwerke (Gemälde, Texte und so), die bleiben. Und werden auch ganz gemütlich immer mehr…

Doch neben der Kunst gesellte sich hier auch noch etwas anderes dazu. Kambo, schamanische Aktivitäten und so. Was steckt da dahinter? Also der Name der Internetseite an sich hier geht ja schon auf ein LSD-Zitat zurück und tiefe erkenntnisreiche und heilende Erfahrungen mit dieser und ähnlichen Substanzen haben mein Leben in den letzten Jahren ziemlich bereichert. Ende des Sommers 2018, zwischen Seitenveröffentlichung und erstem Auftritt, kam da aber noch etwas ganz besonderes in mein Leben: Ich hatte meine erste Kambo-Erfahrung. Bei dieser reinigte ich mich nicht nur selbst unglaublich tief und erlangte eine neue Vitalität, wie ich sie nach meiner Krankheitsgeschichte nicht mehr für möglich hielt, nein ich spürte auch, dass dieser Prozess etwas ist, was ich auch weitergeben will, ja weitergeben muss.

Und so machte ich mich auf dem Weg dies zu erlernen. Werde daran wohl mein Leben lang lernen (wenn wir den Regenwald erhalten, falls nicht sind wir sowieso im Arsch), befinde mich aber mittlerweile schon an dem Punkt, an dem ich andere Menschen mit dieser wunderbaren Erfahrung in Verbindung bringen darf. Wieder so etwas unglaublich Schönes… neben meinen Auftritten die größten Glücks-Stunden, die ich hier auf Erden erleben darf. Von welchen ich bis zu meinem 30sten Geburtstag noch nicht mal wusste, dass es diese für mich gibt, ja das Leben fängt jetzt an… fing da quasi vor 2 Jahren mit diesen Blogveröffentlichung neu an…

Fing neu an mit dem, was ich gerade schon geschildert habe, aber das war noch nicht alles was kam. Der letzte Herbst und der Winter sie brachten weiter Neues… weitere Auftritte, größeres Publikum und so, mein lange schon angedachter Sprung auf die PoetrySlam-Bühne und Pechakucha-Auftritte, Menschen, die ich kennenlernen durfte, irgendwo für mich alles ziemlich groß.
Was wohl auch ein Grund ist, warum ich nicht so richtig krass sofort nachlegte und dann auf einmal jede Woche oder in verschiedenen Städten auf den Bühnen stand. Ich gönne mir die Zeit zum Einordnen, Durchschnaufen, Relaxen, neue Ziele setzen.

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PechaKucha-Auftritt Januar 2020
(Originalbild: Hotel des Artistes)



Die letzten Monate, neue Zeit und so

Dass ich aber seit Anfang 2020 gar nicht mehr auf richtige Bühnen kletterte kommt nicht daher, sondern von dieser weltweiten Ausnahmesituation. Ja, auch Künstler bleiben nicht verschont. Aber immerhin sind für den Künstler auch die Tragödie und die dunklen Seite des Lebens eine Inspiration, eine Quelle aus der es sich zu schöpfen lohnt. So ergriff mich in dieser Zeit wieder die Muse und ich brachte einen neuen Blog an den Start… und nicht nur das: Auf Instagram bin ich ziemlich aktiv und hau´ paar Sachen aus meinem Leben auf meiner Kunst- und Healingspur raus. Und dann war da doch noch so ein Auftritt, online, aber live, wieder über con_temporary (die Leute hinter diesem Hick_Hack schon), aber von mir zuhause aus. Wieder ein Meilenstein. Denn ich brachte dabei die zwei großen Säulen meines Lebens zusammen… hier war auf der einen Seite das Schreiben, die Kunst, der Auftritt und auf der anderen dieses Thema, ja Psychedelika! Alles auch noch im Videoformat, mit dem hatte ich bis dahin stark gespart. Bekam aber jetzt richtig gut tuendes Feedback (das beste bisher) und wenn die Zeit des neuem Einordnens und so (in der ich mich jetzt gerade befinde) vorüber gezogen ist, dann wird man mit großer Wahrscheinlichkeit von mir mehr in diese Richtung sehen… Yes, damit will ich auch auf echten Bühnen stehen.

So weit, so schön,
(irgendwie ein Fallen auf der Treppe nach oben)
lass´ uns zusammen einfach weiter hier nach vorne gehen…

In großer Dankbarkeit an alle Gefährten, die da irgendwie ihren Part zu dieser Story beigetragen haben,
Andy Schweigard